Das Kunstgewerbemuseum
Historie des Kunstgewerbemuseums und Sammlungsinhalte
Die Gründung des Kunstgewerbemuseums wurde 1876 vom Königlich-Sächsischen Ministerium des Innern initiiert und war als Schau- und Vorbildersammlung für die Kunstgewerbeschule sowie als Inspirationsquelle für Industrie und Handwerk gedacht. An ihr sollten Formgefühl, Qualitätsbewusstsein sowie diverse Handwerkstechniken vermittelt werden. Nicht nur in Dresden, sondern in ganz Europa entstanden in Folge der ersten Weltausstellung in London 1851 gleichartige Sammlungen, die u. a. die Exportierfähigkeit der lokalen Gebrauchsgüter sichern sollten. Damit entstand ein völlig neuer Museumstyp, der nicht höfisch-repräsentativ orientiert war.
Seit 1963/64 ist das Kunstgewerbemuseum im Berg- und Wasserpalais des Schlosses Pillnitz beheimatet und von Mai bis Oktober für seine Besucher geöffnet. Die Sammlung umfasst heute ca. 60.000 Objekte aus mehr als 1.500 Jahren. Unter anderem Glas, Keramik, Textil, Metall, Holz und Kunststoff werden in unterschiedlichsten Gestaltungsformen aufbewahrt und innerhalb eines vielfältigen Ausstellungsprogrammes immer wieder neu inszeniert. Als besondere Höhepunkte sind die Bestände des sächsischen Kunsthandwerkes, die Musikinstrumentensammlung und das Schaudepot der Deutschen Werkstätten zu nennen, aber auch bedeutende internationale Sammlungsgebiete werden im Kunstgewerbemuseum repräsentiert. Anhand des Werkbestandes der Hellerauer Werkstätten, im Bergpalais zu sehen, wird die innovative Kraft der Reformbewegung deutlich, die durch die maschinelle Fertigung und minimalistische Ästhetik im Möbelbau geprägt ist.
Die sich in jüngster Zeit im Wandel befindliche Dauerausstellung sowie die verschiedenen Sonderausstellungen haben die Zielsetzung, sowohl das Thema Gestaltung und Materialität einer breiten Öffentlichkeit zu Bewusstsein zu bringen als auch Fachleute aus dem Bereich Design und Industrie nachhaltig zu inspirieren. Dies zeigen nicht zuletzt die Kooperationen mit Hochschulen, Manufakturen und Designern, denen die Sammlung und das Museum eine kreative Plattform bietet.
KGM 2026 / 150 Jahre Jubiläum (kursiv noch in Abklärung mit der GF/SKD)
In diesem Jahr besteht das Kunstgewerbemuseum (KGM) 150 Jahre. Grund genug zurückzublicken auf eineinhalb Jahrhunderte Sammeln, Forschen, Vermitteln und öffentlicher Diskurs zu Themen der angewandten Kunst und Gestaltung. Am 15. September 1876 als Königliches Kunstgewerbemuseum eröffnet, erfolgte 1914 nach dem Einzug in das eigens für Kunstgewerbeschule und -museum errichte Gebäude an der heutigen Güntzstraße die institutionelle Eigenständigkeit. Seit 1947 ist das Kunstgewerbemuseum mit seiner heute über 80.000 Objekte zählenden Sammlung von antiken Keramiken, Asiatika, Stilmöbeln, modernen Klassikern bis hin zum zeitgenössischen Design Teil des Verbundes der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Zur DDR-Zeit in „Museum für Kunsthandwerk“ umbenannt befindet es sich seit 1963 in einem Nachkriegsinterim in Schloss Pillnitz. Das Jubiläum bietet den Rahmen für eine Reihe von Veranstaltungen und Publikationen, die das breite Themenspektrum der Sammlung beleuchten und gibt Anlass für die Frage: Quo vadis Museum?
Den Auftakt bildet im Rahmen der seit 1963 stattfindenden Reihe „Alte Musik im Kunstgewerbemuseum“ ein Festkonzert in der neu eröffneten Schlosskapelle im Residenzschloss mit den sammlungseigenen Silbertrompeten aus dem ehemaligen Bestand des Sächsischen Hofes. Mit der Wahl dieses Ortes verweist das Museum schon einmal auf eine stärkere Präsenz in der Innenstadt. Weitere vier Konzerte mit historischen Instrumenten aus dem Bestand des Museums folgen im Bergpalais in Schloss Pillnitz. Ein spezielles Führungsangebot öffnet das ansonsten geschlossene Museum an Wochenenden während der Saison von Mai bis Oktober. Mit dem Ergebnis eines Kooperationsprojektes von HfBK und KGM zum Thema „Chinoiserie“ präsentiert sich die Abteilung Bühnen- und Kostümbild unter dem Titel „Unglückskekse oder kulturelle An(gst)eignung: Plagiat, Aneignung, Inspiration“ zur Museumsnacht am 20. Juni im Kunstgewerbemuseum in Pillnitz.
Weitere Hinweise zu den Aktivitäten des Kunstgewerbemuseums, an denen Sie gern teilnehmen können
3. Juni in den Deutschen Werkstätten Hellerau
Genormt. Geformt. Bewohnt.
Das Fotoprojekt PLATTENBAU PRIVAT von Susanne Hopf/Natalja Meier und die Hellerauer Montagemöbel in der DDR
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG: Mittwoch 03.06.2026, 19.30 Uhr
AUSSTELLUNGSDAUER 04.06.2026-06.08.2026
BEGRÜSSUNG Dieter Trautzsch, Geschäftsführer Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH
REDEBEITRÄGE: Dr. Claudia Quiring, Kustodin Baugeschichte und Stadtentwicklung, Stadtmuseum Dresden; Susanne Hopf, Fotografin und Szenografin
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo – Fr, 9:00 – 16:00, nicht an Feier- und Brückentagen
AUSSTELLUNGSORT Deutsche Werkstätten, Moritzburger Weg 68, 01109 Dresden, Germany
Das Kunstgewerbemuseum ist Leihgeber – es werden zwei Montagemöbel der Deutschen Werkstätten Hellerau von Rudolf Horn und Eberhardt Wüstner und das Möbelsystem M150 von Siegfried Hausdorf zu sehen sein. Beide Gestalter (Rudolf Horn und Siegfried Hausdorf) sind im letzten Jahr gestorben, die Deutschen Werkstätten und das Kunstgewerbemuseum nutzen die Gelegenheit im Rahmen der Ausstellung bei Gestalter zu würdigen.
10. Juni im Stadtmuseum Dresden
Ausstellung PLATTE OST / WEST. Wohnen und Bauen in Großplattenbauweise
Führung: Mittwoch 10. Juni 2026, 10 Uhr
Treffpunkt vor dem Stadtmuseum Dresen, Wilsdruffer Str. 2, 01067
Die Kuratorin Dr. Claudia Quiring führt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kunstgewerbemuseums plus Freundeskreis exklusiv durch die Ausstellung.
18. Juni im Stadtmuseum Halle
PURe Visionen. Kunststoffmöbel in Ost und West
Eröffnung: Donnerstag, 18. Juni 2026, 18.30 Uhr
Stadtmuseum Halle
Begrüßung: Jane Unger, Direktorin Stadtmuseum Halle (3min)
Grußworte: Angefragt: Herr Robra, Dr. Alexander Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), Frau Dr. Marquardt
Thematische Einführung: Fr. Klara Nemeckova, Staatliche Kunstsammlungen Dresden + Axel Drieschner (Utopie und Alltag Eisenhüttenstadt)
und Kristin Land, Kuratorin Stadtmuseum Halle
Möglichkeit, mit den Kuratoren in der Ausstellung ins Gespräch zu kommen Stationspersonal (für „Halle Teil“): Kristin Land, Philip Mahrenholz, Anne Bielig, Elke Arnold
Stationspersonal (für „PURe“): Klara Nemeckova, Axel Drieschner, Life Musik: Gregor Majewski (Saxophon), Mitmach-Station/ Spiel: Ausstellung erkunden durch ein Quiz, Rahel Knittel, PopUp Store: Die Wohnerei, Getränke und Knabberzeug[1] sind im Hof/Foyer aufgebaut
Die in der Saison 2024 im Kunstgewerbemuseum gezeigte Sonderausstellung PURe Visionen. Kunststoffmöbel in Ost und West wird ab dem 18.6.2026 im Stadtmuseum Halle zu sehen sein. Die thematische Anbindung ist durch die Burg Giebichenstein Kunsthochschule und die Person Rudolf Horns gegeben. Die Ausstellung kann in Halle durch einige Halle spezifische Erweiterungen bereichert werden, worüber wir uns sehr freuen. Es kommt eine kleine Graphic Novel, ein Projekt des Künstlers und Postkartensammlers Reinder Wijnveld und weiteres hinzu.
Ausgewählte Veranstaltungen 2026
20. Juni 2026 (Museumsnacht Dresden) ca. ab 18 Uhr
Performance Präsentation des Kooperationsprojekts zum Thema „Chinoiserie“ des KGM mit der HfbK: Unglückskekse oder kulturelle An(gst)eignung: Plagiat, Aneignung, Inspiration? Ein HfBK Dresden Bühnen- und Kostümbild in Kooperation mit der Bewegtbild, HGB Leipzig, Klasse für performative Künste
Kontakt: Thomas Geisler, Klara Nemeckova, Kerstin Stöver
28. August 2026 (in Planung mit MSU)
Sommerfest (Schwof) in gemeinsamer Planung mit dem MSU-Freundeskreis der SKD am Berg- und Wasserpalais sowie Lustgarten Schloss Pillnitz
Kontakt: Thomas Geisler, Kerstin Stöver
11. September 2026 (in Planung mit Generaldirektion)
Festakt zum 150-Jahre-Jubiläum Kontakt: Thomas Geisler, N.N.
13. September 2026
Singspiel (Opera en miniature) Abu Hassan für die ganze Familie von Carl Maria von Weber in Kooperation mit artes123 e.V. - Kontakt: Torsten-Pieter Rösler
Ausstellungen 2025
Der Standort des Kunstgewerbemuseums in Schloss Pillnitz bleibt im Jahr 2025 geschlossen. Grund dafür sind Vorbereitungen zur baulichen Ertüchtigung der Gebäude. Besuchen Sie gern die Ausstellungen des Kunstgewerbemuseums an anderen Orten.
Ausstellungen 2024

Saisoneröffnung
Freitag 26.04.2024 um 19.00 Uhr im Bergpalais, Schloss Pillnitz
Die Saison startet mit der Sonderausstellung PURe Visionen. Kunststoffmöbel zwischen Ost und West (bis 7.7.2024), die in Kooperation mit dem Museum Utopie und Alltag (Eisenhüttenstadt/Beeskow) entstanden ist, sowie mit der Fortsetzung der Sonderausstellung Pflanzenfieber. Botanik, Mensch, Design, die im zweiten Jahr um neue Präsentationen, wie die Installation Bleibt anders! Fürstenberg-Porzellan zur Artenvielfalt der Keramikkünstlerin Sonngard Marcks und Ergebnissen aus der DESIGN CAMPUS Sommerschule 2023 erweitert wird.
Ausstellungen 2023
Liebe Freundinnen und Freunde des Kunstgewerbemuseums,
ich möchte Sie natürlich besonders auch zum Saisonauftakt und zur Ausstellungseröffnung zu PFLANZENFIEBER einladen. Der ganze Samstag am Eröffnungswochenende steht auch unter dem Motto „Übungen in Pflanzenfieber“. Vielleicht auch ein Angebot an die ganze Familie? Gerne organisieren wir auch eine Sonderführung.
Wie steht es denn um Ihre Beziehung zur Pflanzenwelt?
Derzeit machen täglich eine Vielzahl aktueller Debatten – zur Klimagerechtigkeit oder unserem Umgang mit Ressourcen - darauf aufmerksam, dass diese Beziehung dringend neu gedacht werden muss! Die Sonderausstellung Pflanzenfieber. Botanik, Mensch, Design, zu der das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen einladen, nimmt sich dieser Herausforderung an und zeigt vor allem auf, welches verborgene Potenzial in unseren grünen Zeitgenossen steckt.
Eröffnung: Freitag, den 28. April 2023, 18:00 bis 23:00 Uhr
Schloss und Park Pillnitz, August-Böckstiegel-Straße 2, 01326 Dresden
im Kuppelsaal des Neuen Palais, Einlass 17:30 Uhr
Es sprechen
Josefine Frank — Schlossleiterin Pillnitz
Thomas A. Geisler — Direktor, Kunstgewerbemuseum
Annekatrin Klepsch — Beigeordnete für Kultur, Wissenschaft und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden
Henryk Flachowsky — Institutsleiter, Institut für Züchtungsforschung an Obst, Julius-Kühn-Institut
Laura Drouet — Kuratorin, d-o-t-s
Stefanie Krihning — Kuratorin des historischen Ausstellungsteils
Die vielfältigen Ausstellungsparts auf dem gesamten Schlossgelände - von historischer Pflanzenmanie der sächsischen Könige zu zeitgenössischem Design für Pflanzen – warten im Anschluss darauf entdeckt zu werden. Getränke oder das nachhaltige Catering des Palais Cafés sowie musikalische Begleitung laden zum anschließenden Austausch ein.
Ein Sonderprogramm zur Eröffnung gibt es am Folgetag
Samstag, den 29. April 2023, 10:30 bis 19:00 Uhr
Mit Übungen in Pflanzenfieber tauchen wir noch tiefer in den Pflanzenkosmos ein: Die slowenische Performance-Künstlerin Špela Petrič überzeugt Workshop-Teilnehmende davon, dass Pflanzen die Welt regieren (Anmeldungen per Email unter designcampus@skd.museum, die Plätze sind begrenzt), zahlreiche Forschende aus Naturwissenschaft und Kunst skizzieren einen möglichen Wandel zum Phytozentrismus in unserem Science&Art-Reel und die Kuratorin Laura Drouet, d-o-t-s, führt persönlich durch die Ausstellung. Das ganze Programm in Kooperation mit dem Dresdner Zentrum der Wissenschaft und Kunst findet sich im Anhang.
Wir bitten um Ihre Anmeldung bis 26. April 2023. Bitte melden Sie sich hier an.
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.
Lassen Sie sich vom Pflanzenfieber anstecken und entdecken Sie Schloss und Park Pillnitz aus botanischer Perspektive!
Ihr Thomas A. Geisler und das Team
Kunstgewerbemuseum
Konzipiert von d-o-t-s (Laura Drouet, Olivier Lacrouts) und produziert vom Centre d’innovation et de design (CID) in Grand-Hornu, Belgien, wurde PFLANZENFIEBER vom Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden und der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH für Schloss & Park Pillnitz neu adaptiert.
Ausstellungen 2022
Blickwechsel: Chiharu Shiota und das Wechselspiel von Innen und Außen, Sammlung Schenkung Hoffmann, im Wasserpalais
30.04.2022 bis 27.07.2022
Flyer
Gestaltung um 1900, Neueinrichtung der Kaiserzimmer
ab 25.05.2022 - Dauerausstellung
Spoon Archaeologie
30.04.2022 bis 31.10.2022
